«Gib dem Hungernden nicht einen Fisch, sondern eine
Fischerrute!»
Hilfsorganisationen unterschiedlichster Nationen, Religionen und
eine Vielzahl von Interessengruppen leisten beinahe überall
auf der Welt Hilfe. Die Möglichkeiten für
Hilfeleistungen sind für den Laien kaum überschaubar.
Auch überzeugt der Sinn solcher Aktionen nicht immer. Dr.
Hermann Oberli verfügt über eine grosse Erfahrung in
diesem Bereich und erlebt täglich, was richtige Betreuung
und Begleitung bewirken kann.
Schon Abraham Lincoln sagte: «Man hilft Menschen nicht,
wenn man für sie tut, was sie selber tun können.»
Eine andere Weisheit besagt: «Gib dem Hungernden nicht
einen Fisch, sondern eine Fischerrute!» In diesem Sinne
also ist ganz klar Unterstützung zur Selbsthilfe angesagt.
Dabei sollten folgende Prinzipien berücksichtigt werden:
Es gilt, vorerst die Situation vor Ort abzuklären.
Keinesfalls sollte etwas geändert werden, das bereits
funktioniert. Man sollte darauf bedacht sein, das angemessen und
organisch zum Funktionieren zu bringen, was auch
längerfristig und möglichst autonom Zukunft hat. Es
sollte nicht mehr vorkommen, dass der weisse Mann einem armen
Land mit Arroganz vorschreibt, was es braucht.
Unterstützung darf keine zusätzliche Belastung
verursachen. Sie soll sinnvoll in gegebene Strukturen eingebettet
sein. Das gilt beispielsweise besonders für den Transfer von
Technologie. Es ist sinnlos, einem bedürftigen Land ein
Spital zu schenken, wenn danach der jährliche Unterhalt
einen grossen Teil des gesamten Budgets auffrisst. Der Unterhalt
des durch Taiwan neu gebauten Operationstraktes auf den Salomonen
ruiniert das Spitalbudget. Es soll nur Technologie
übertragen werden, die ein Land selbst unterhalten kann.
Störanfällige Elektronik hat in den Tropen wenig
Überlebenschancen, wogegen ein Arthroskop ohne
Video-Einrichtung gut unterhalten werden kann. Sinnvoll ist
beispielsweise auch der Einsatz von in Europa nicht mehr
verwendeten Implantaten. Es muss ja nicht immer Titan sein. Auch
die zweitletzte Plattengeneration ist noch lange gut genug. Es
gibt in allen Spitälern der Schweiz im Keller oder auf dem
Estrich viele Apparate und Gegenstände, die nicht mehr
gebraucht werden, auf den Salomonen hingegen als sehr
nützlich geschätzt würden.
Leider werden abgeschlossene Projekte im Nachhinein oft nicht
mehr betreut. Wo also Kontinuität fehlt, wurde vielleicht
eine Notlage vorübergehend gemildert, aber keine echte und
sinnvolle Unterstützung geleistet.
Umfassende Pflege der Kinder: Die Eltern bleiben mit dem Kind im
Spital.
Spendenaufruf an die Leserinnen und Leser von
DESTINATION
Damit Dr. Hermann Oberli, Chirurgischer Chefarzt des
Zentralspitals von Honiara, sein medizinisches Werk auf den
Salomonen-Inseln fortsetzen kann, braucht er neben finanziellen
Mitteln folgende fachliche Unterstützung und Materialien
sowie Geräte:
- Zusammenarbeit mit medizinischen Partnern (vor allem
Spitälern) in der industrialisierten Welt zwecks
Know-how-Transfer, Austausch von Erfahrungen sowie für
Dienstleistungen und Informationen.
- Europäische Ärzte (mit adäquater beruflicher
Erfahrung), die in regelmässigem Turnus auf die Salomonen
reisen, und zwar nicht, um temporär eine Lücke zu
füllen, sondern um den kulturellen Austausch zu
fördern, Ausbildung zu betreiben, Kontakte zu
schaffen.
- Sicherstellung der Kontinuität der Ausbildung durch
entsprechende Unterstützung personeller und informeller
Art.
- Materielle Unterstützung mit medizinischer
Ausrüstung und Verbrauchsmaterial: vom
Osteosynthesematerial über Fäden bis zur
Bettwäsche. Auch Kleider für Kleinkinder sind
sinnvoll. Öfters verfügen Frauen nach der Geburt
nicht einmal über Windeln oder erste Kleidungsstücke,
um das Baby anzuziehen. Junge Mütter sind froh, wenn sie
nebst einigen Kleidchen für ihr Neugeborenes ein
Frottiertuch erhalten, um das Baby einzuwickeln.
- Geldspenden für Materialtransporte, zum Ersatz oder
der Anschaffung von Instrumenten, Büchern,
Instruktionsmaterial. Der Transport eines Materialcontainers
kostet beispielsweise rund 9000 Franken.
Der Lions Club Meiringen unter ihrem Präsidenten Adrian
Glatthard hat sich in verdankenswerter Weise als Sammelstelle
für Materialien sowie Geräte gemäss obiger Liste
zur Verfügung gestellt. Sobald genug Material beisammen ist,
wird der Lions Club das Sammelgut mit einem Container auf die
Salomonen-Inseln verschiffen.
Bitte senden Sie Ihre Spenden mit dem Vermerk:
«DESTINATION Human-Medizin Salomonen» an:
Geldspenden
Walter Senn Communication Company
8911 Rifferswil
Postcheck-Konto: 87-750120-9
Material und Geräte
SR Margrith Gigon
Brünigstrasse 36, 3860 Meiringen
Telefon P 033 971 41 84
Das Projekt «Human-Medizin für die
Salomonen-Inseln» wird von einem Patronatskomitee
begleitet, das sich aus folgenden Persönlichkeiten
zusammensetzt:
Präsident: Prof. Walter Siegenthaler, Zürich;
Vizepräsident: Hansjörg Hinrichs, Appenzell;
Mitglieder: Prof. Paul Cottier, Matten bei Interlaken; Adrian
Glatthard, Präsident Lions Club, Meiringen; Prof. Peter
Matter, Davos Platz; Dr. med. Andreas Meyer, Zürich; Prof.
Viktor E. Meyer, Zürich; Prof. Stephan Perren, Davos Platz;
Prof. Erich Schneider, Davos Platz; Walter Senn, Chefredaktor
DESTINATION, Rifferswil; Prof. Robert Steffen, Zürich; Prof.
Rolf Streuli, Langenthal; Prof. Otmar Trentz, Zürich.
Professor Walter Siegenthaler, Privatdozent und
ausserordentlicher Professor für Innere Medizin,
Zürich.
DESTINATION wird laufend über das medizinische Projekt
für die Salomonen-Inseln und die damit verbundene
Sammelaktion berichten und später auch eine spezielle Reise
in die Südsee mit Besuch bei Dr. Hermann Oberli im
Zentralspital in Honiara ausschreiben.
Weitere Auskünfte:
Redaktion DESTINATION
8911 Rifferswil
Telefon 01 764 22 33
Fax 01 764 22 55
E-mail: walter.senn.com@bluewin.ch
Salomonen - beseelte Inselgärten
Die wesentlichen landeskundlichen Fakten über die
Salomonen-Inseln sind:
Im Westpazifik, 2575 km nordöstlich von Sydney, in
unmittelbarer Nachbarschaft zu Papua Neuguinea und Vanuatu
gelegen.
922 Inseln mit gesamter Landfläche von 27556km2.
Rund 400000 Einwohner, wovon 94% Melanesier. Lebenserwartung: 62
Jahre.
Hauptstadt: Honiara mit ca. 40000 Einwohnern auf der Insel
Guadalcanal.
Bruttosozialprodukt pro Kopf: 710 USD.
Auslandverschuldung: ca. 100 Mio. USD.
Staats- und Regierungsform: Parlamentarische Monarchie, im
Commonwealth seit 1978.
Diese Fakten sagen jedoch nichts darüber aus, was den
Besucher zu berühren vermag: Die Begegnung mit einer
beseelten Welt, scheinbar im Gestern vergessen und doch dem Hier
und Jetzt in Musse und Geduld verpflichtet
Flug über die Russel-Islands
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Schwärzeste Hautfarbe der Welt:
Corinne, ein Salomonen-Mädchen |
Text: Hansjörg Hinrichs/Walter Senn
Fotos: Hansjörg Hinrichs/Hermann Oberli
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